Freitag, 10. September 2010
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09.03.2010
NACH DEM MARKTEINBRUCH
Containerschifffahrt setzt zur Wende an
Von Christoph Rottwilm 
Die Charterraten für Containerschiffe zeigen erstmals seit dem Einbruch 2009 wieder nach oben. Der maritimen Wirtschaft hilft das erstmal wenig. Denn ihr größtes Problem wird dadurch nicht gelöst, weshalb demnächst der Staat helfen soll. Fondsanleger dagegen sollten den Markt jetzt aufmerksam beobachten.

Hamburg - In der Containerschifffahrt zeigt sich ein Silberstreif am Horizont. Erstmals seit Monaten sind die Charterraten, zu denen die Schiffe vermietet werden, wieder leicht angestiegen. Auch die Zahl der Containerfrachter, die ohne Beschäftigung in Häfen an der Leine liegen, ist seit einiger Zeit rückläufig.


© DPA
"Die Charterraten haben in der vergangenen Woche um etwa 6 Prozent zugelegt", sagt Burkhard Lemper, Experte vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in Bremen. "Etwa 500 Schiffe sind derzeit weltweit unbeschäftigt. Im Laufe der Krise war diese Zahl zeitweise auf bis zu 600 angestiegen."

Positiv ist nach Angaben des Experten zudem, dass die großen Linienreedereien auf einigen Strecken inzwischen wieder Geld verdienen können. Unternehmen wie Hapag-Lloyd oder die weltgrößte Reederei A. P. Møller-Mærsk aus Dänemark waren durch den Einbruch des Welthandels massiv in die Bredouille geraten. Møller-Mærsk etwa hatte dadurch im vergangenen Jahr erstmals in der Konzerngeschichte rote Zahlen geschrieben .

"Die Frachtraten der Linienreedereien sind vor dem Hintergrund der konjunkturellen Belebung seit Oktober 2009 um 50 Prozent und mehr angestiegen", sagt Lemper. Der Grund: Es hat sich ausgezahlt, dass die Gesellschaften zahlreiche Schiffe aus dem Verkehr gezogen haben. Zudem lassen sie ihre Frachter viel langsamer fahren als früher, wodurch mehr Schiffe für die gleiche Transportmenge eingesetzt werden müssen. "Die Auslastung der fahrenden Flotte liegt jetzt wieder bei über 90 Prozent", sagt der Fachmann.

Auf die Charterraten schlägt der starke Anstieg der Frachtraten allerdings bislang kaum durch. Denn nach wie vor sind gemessen an der Nachfrage zu viele Containerschiffe im Angebot, wie die hohe Zahl der unbeschäftigten Schiffe zeigt.

Zum Hintergrund: Während Linienreedereien wie Hapag und Møller-Mærsk den Transportraum auf ihren Schiffen zu Fracht raten vermieten, kassieren so genannte Trampreedereien wie etwa die Hamburger Unternehmen Claus-Peter Offen und Peter Döhle für die Vermietung ganzer Schiffe die Charter raten. Mieter sind meist wiederum die Linienreedereien.

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