Freitag, 10. September 2010
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12.03.2010
SNOB-INVESTMENTS
Eine Flasche Bordeaux auf dem Konto
Von Karsten Stumm 
Bordeaux-Weine exquisiter Weingüter erzielen Spitzenpreise und bringen Eingeweihten Traumrenditen. Jan-Erik Paulson, Hoflieferant russischer Milliardäre und chinesischer Tycoons, lüftet im Gespräch mit manager magazin das Geheimnis der 1000-Prozent-Rendite - und verrät, welche Milliardäre auf dem absteigenden Ast sind.

mm: Herr Paulson, wie laufen Ihre Geschäfte mit den russischen Milliardären?

Paulson : Sie wurden verdrängt.


© AFP
mm: Infolge der Wirtschaftskrise, die Russlands Geldadel schon erhebliche Verluste in den Reichstenlisten der Welt eingebrockt hat?

Paulson: Ja, offenbar. Denn als Stütze des Geschäfts mit raren Weinen sind sie derzeit ein Totalausfall.

mm: Wir müssen uns aber keine Sorgen um die Reichen und Schönen machen, oder? Und um Sie?

Paulson: Nein, bitte keine Umstände. Man kommt zurecht. Aber die Gewichte haben sich verschoben: von Europa nach Hongkong.

mm: Schon wieder preschen die Chinesen vor?

Pauson: Vorpreschen war gestern. Heute dominieren sie den Markt. Selbst den für exquisite Weine.

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mm: Oha. Was trinkt man denn heute in Hongkong, wenn man dazugehören will?

Paulson: Eigentlich trinkt man dort gar nicht. Wie der Wein schmeckt, ist deshalb egal. Man verschenkt ihn nur. Viele wohlhabende Chinesen überreichen ihren Geschäftskunden gern edlen Wein als Präsent.

mm: Und wie viel Geld legen Chinas Damen und Herren für diese Art von Geschäftspflege auf den Tisch?

Paulson (lehnt sich zurück) : Das ist natürlich sehr individuell.

mm: Nur zu, nennen Sie ruhig prominente Namen.

Paulson (beugt sich wieder vor) : Sie meinen sicher Wein-Namen, oder?

mm: Nein, eigentlich Kundennamen.

Paulson: Unser Geschäft ist natürlich auch diskret. Aber was ich sagen kann, ist, dass eine Flasche Château Lafite-Rothschild, Jahrgang 1982, sehr gerne genommen wird.

mm: Und was kostet so ein Fläschchen?

Paulson: Derzeit so etwa 2500 Euro.

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  Teil 1: Eine Flasche Bordeaux auf dem Konto
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