Freitag, 10. September 2010
Lifestyle
12.03.2010
DELL ADAMO XPS
Dünn, dünner, unbrauchbar
Von Matthias Kremp 
Dells Laptop Adamo XPS ist nicht mal einen Zentimeter flach, wiegt knapp eineinhalb Kilo, hat eine gute Tastatur und einen hoch auflösenden Bildschirm. Als Notebook versagt das Gerät dennoch, denn eine elementare Eigenschaft fehlt ihm.

Da staune ich erst einmal: Apple liefert sein Flunder-Macbook Air in einem Kartönchen aus, das gerade groß genug ist, um den Alu-Flachmann zu ummanteln. Der Karton, in den Dell das Adamo XPS verpackt, wäre dagegen groß genug, um einen mittleren Desktop-PC aufzunehmen. Dabei ist das Dell sogar noch dünner als das Macbook Air. Mit exakt 9,99 Millimetern gibt der amerikanische Konzern die Gehäusehöhe an, Apples Flachmann schwillt dagegen von 4 bis 19,4 Millimeter Dicke an - doch damit genug der Erbsenzählerei.

Fotostrecke: 10 Bilder
Keinen Zentimeter dick: Die Dell-Flunder in Bildern


Erstmal zu den Äußerlichkeiten: Den nach der Entspeckung wohl wichtigsten Design-Vorsatz erfüllt das neue Dell mit Bravour: es sieht einfach gut aus. Das ganze Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt. So ist es leicht, stabil und vergleichsweise unempfindlich gegen Schmutz. Nebenbei ist das Metall ein guter Wärmeleiter, wirkt als Kühlfläche für die Chips im Inneren, so dass man eigentlich keine Lüfter mehr braucht.

Ausgesprochen ungewöhnlich ist die Art und Weise, wie Tastatur und Bildschirm miteinander verbunden sind. Zusammengeklappt verschwindet das Tastenfeld nahezu bündig im Gehäuse, wird von kleinen Hakenschlössern bombenfest gehalten. Um die Verbindung wieder zu lösen hilft keine Gewalt. Stattdessen, so erfahre ich von einem Aufkleber auf dem Bildschirmdeckel, reicht es, sanft über eine Sensorfläche zu streichen, schon wird das Schloss gelöst.

Aufgeklappt zeigt sich schon die nächste Besonderheit des Adamo XPS: Das Scharnier, mit dem Tastatur und Bildschirm zusammengehalten werden, ist nicht wie üblich am unteren Rand des Displays angebracht, sondern einige Zentimeter darüber. Dadurch bilden Bildschirm und Tasten eine stets in einem fest definierten Winkel zueinander angeordnete Einheit.

Das sieht erst einmal verdammt gut aus und stellt den ultraschlanken Laptop-Look schön in den Vordergrund. Ergonomisch aber ist das nicht. Weil der Bildschirm in einem unverrückbaren Winkel steht, kann man ihn nicht seiner eigenen Sitzposition anpassen. Versuche, das Gerät auf den Knien zu benutzen, arteten zu kleinen Balanceakten aus. Ebenso war das Experiment, damit in der Economy-Class eines Linienflugzeugs zu arbeiten, zum Scheitern verurteilt. In der Business-Class mag das anders aussehen, aber auch nur auf Langstreckenflügen mit entsprechend üppigem Freiraum.

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  Teil 1: Dünn, dünner, unbrauchbar
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